September 24, 2008

DFB Pokal: FC Bayern München : 1.FC Nürnberg 2:0

Abgelegt unter: Ergebnisse — admin @ 2:25 pm

Am besagten Mittwoch, den 24.09. ist den Bayern wieder ein Schritt in Richtung Titelverteidigung des DFB Pokals gelungen. Mit dem Sieg gegen den 1.FC Nürnberg steht Bayern München nun im Achtelfinale. 65.000 Zuschauer verfolgten in der Allianz Arena ein überzeugendes Spiel der Favoriten. Klose traf in der 7. Minute der ersten Halbzeit, Borowski zog in der 68. Minute nach, der Spielstand am Ende lautete 2:0.
Franck Ribéry durfte nach dreimonatiger Verletzungspause ab der 65. Minute endlich wieder zeigen was er konnte und überzeugte in seinem ersten Auftakt.
Nach dem verlorenen Spiel gegen Werder Bremen setzte Klinsmann auf eine neue Taktik. Gespielt wurde nicht mehr nach dem 3-5-2- System, diesmal setzte Klinsmann auf die
4-4-2- Taktik. Die Münchener sollten direkt von Anfang an Druck machen, diese Vorgabe setzten sie mit dem ersten Tor in der 7. Minute auch erfolgreich um. Einige verpasste Torchancen später ließen sich die Bayern aber nicht entmutigen und machten weiter Druck. Nürnberg hatte keine wirklich nennenswerte Chance und blieb recht farblos gegen ehrgeizige Bayern. Ribéry´s Rückkehr wurde heftig gefeiert, ein Tor blieb ihm dennoch verwehrt.
Die Nürnberger schnupperten in den letzten Minuten an einem Anschlusstreffer, dieser wollte aber nicht mehr gelingen. Etwas ruhiger ließen es die Bayern nach dem 2:0 angehen, brachten aber das Spiel siegreich nach Hause.

September 20, 2008

FC Bayern München : Werder Bremen 2:5

Abgelegt unter: Ergebnisse — admin @ 8:27 pm

Das Oktoberfest wurde eröffnet, die Stadt stand Kopf, der heiß geliebte und sonst eigentlich erfolgreiche Fußball Club stand auch Kopf, nur leider nicht in Feierlaune.
Die Bayern kassierten gegen Bremen eine herbe Niederlage und hatten alles andere, als einen Grund zu feiern. Es war mehr Glück und Zufall, dass die Bayern noch zwei Ausgleichtreffer schießen konnten, Spielkunst war es nicht zu nennen. Die Allianz Arena stand Kopf, dies war die höchste Heimniederlage. 69.000 Zuschauer sahen schon zu Beginn einen Verein, der nicht in sein Spiel fand. Bremen nutzte diese Chance und konterte die Bayern mehr als geschickt aus. Diesmal war am Trainer schon früh am Seitenrand zu stehen und den Versuch zu starten seine Spieler zu wecken. Die Bayern wirkten schwerfällig und müde, ein wenig kopflos könnte man es auch nennen. Bremen erkannte früh seine Chance und nutzte sie.
Die Tore erzielten Markus Rosenberg (2 mal), Naldo, Mesut Özil und Claudio Pizarro.
Lediglich Borowski verhinderte mit zwei Toren die absolute Blamage des 1.FC Bayern.
Bremen spielte offensiv und rückte früh in die bayerische Hälfte vor. Ein kühler Sieg für die Spieler aus dem Norden, eine herbe Niederlage für die Erfolgsverwöhnten Bayern. Erst in der 71. Minute gelang der erste Ausgleich, bis dahin hatte Bayern mit satten 5 Gegentoren arg zu kämpfen. Kurz vor Schluss dann der zweite Treffer, wäre Borowski nicht eingewechselt worden, hätten die Bayern vielleicht sogar torlos verloren.

September 17, 2008

Champions League: Steaua Bukarest : Bayern München 0:1

Abgelegt unter: Ergebnisse — admin @ 2:24 pm

Mit seinem Auftaktspiel in der Champions League feierte Bayern München seinen ersten Sieg. Das Spiel war nicht ganz einfach, obwohl bei den Buchmachern der Favorit natürlich an erster Stelle lag, gab Bukarest nicht so schnell klein bei. Die Wetterverhältnisse waren alles andere als gut, es regnete vom Himmel hoch, die Platzverhältnisse waren eine Katastrophe.
Das Stadion war nur zur Hälfte besetzt, ca. 800 mitgereiste Bayern Fans hielten ihrem Verein die Treue. Auf nassem und sehr rutschigem Boden übernahmen die Bayern direkt zu Anfang die Initiative. Kapitän Mark van Bommel führte seine Mannschaft an. Die ersten beiden Chancen waren zwar gut, führten jedoch nicht zu einem Tor. In der 15. Minute der ersten Halbzeit schoss Van Buyten das erste Tor mittels Kopfball. In der Mitte der ersten Halbzeit kamen die Bukarester langsam ins Spiel. In der zweiten Halbzeit machen die Gegenspieler Druck und drängten die Bayern langsam in die Defensive. Es folgten noch einige Torchancen, ergaben jedoch für beide Seiten keinen Treffer. Es blieb beim Stand der ersten Halbzeit, 0:1 für Bayern München. Die Bayern haben zwar verdient gewonnen, jedoch ergab sich Bukarest keinesfalls kampflos und war ein würdiger Gegner für das erste Champions League Spiel des FC Bayern München, die damit auch Tabelle anführen.

September 13, 2008

1.FC Köln : FC Bayern München 0:3

Abgelegt unter: Ergebnisse — admin @ 8:14 pm

Der vierte Spieltag der Bundesliga verhalf Bayern München zu einem Aufstieg in der Bundesliga Tabelle. Zugegeben, Köln ist nicht unbedingt der schwerste Gegner und so konnten die Münchener mit einem 0:3 Sieg im Auswärtsspiel vom siebten Tabellenplatz auf den zweiten klettern. Das Spiel war zudem als Generalprobe für den Champions-League-Auftakt gedacht und war auch geglückt. Das Rhein- Energie Stadion war mit 50.000 Zuschauern ausverkauft, diese wurden auch nicht enttäuscht, zumindest aus bayerischer Sicht nicht. Die Kölner gingen leer aus, was realistische Fans wohl auch einkalkuliert hatten.
Wobei in der ersten Halbzeit kaum Torchancen erspielt wurden, der FC Bayern München ließ es zunächst recht ruhig angehen. In der zweiten Halbzeit war Luca Toni dann nicht mehr zu stoppen und erzielte in der 53.und 69. Minute gleich zwei Treffer.
In der Nachspielzeit legte Podolski direkt noch ein Tor nach, der FC Bayern München konnte sein 0:3 sicher nach Hause fahren.
Die Bayern waren nicht nur von Anfang an favorisiert, sie übernahmen diese Rolle auch sehr gut. Mit 90% gefühlten Ballbesitz spielten die Kölner mehr als zurückhaltend.
Köln mauerte, ging nur noch in die Abwehr und versuchte dicht zu machen, leider hatten sie kaum eigene Torchancen und verkrümelten sich fast ausschließlich in ihre eigene Hälfte.
Der Favorit brachte das Spiel sicher nach Hause, die Kölner deprimiert und vor einem erneuten Fragezeichen, wie wird es weitergehen.

August 31, 2008

FC Bayern München : Hertha BSC Berlin 4:1

Abgelegt unter: Ergebnisse — admin @ 8:30 pm

Ihren ersten Saisonsieg am dritten Spieltag der Bundesliga erreichten die Bayern gegen Hertha BSC Berlin. Mit einem klaren Endstand von 4:1 sicherten sich die Bayern den 7.Tabellenplatz. Der 1.FC Bayern München spielte zu Hause, 69.000 Zuschauer sahen das Spiel und wurden nicht enttäuscht. Bayern dominierte direkt zu Beginn ganz klar, Luca Toni eröffnete den Torsegen, Berlin hatte mit einem Gegentor, na sagen wir mal, zumindest den Hauch einer Chance. Lahm erhöhte auf ein 2:0, Schweinsteiger und Klose sorgten für den späteren Endstand. Für die Berliner sorgte Marko Pantelics kurz vor Abpfiff noch für den Ehrentreffer. Van Bommel musste aussetzen, Gelb- Rot Sperre aus dem letzten Spiel.
Altintop ebenfalls, dieser aber wegen einer Verletzung am Fuß.
Wieder dabei waren Martin Demichelis und Zé Roberto. Die Bayern waren schnell und offensiv. Sie drängten die Berliner mit einer schönen Spieltaktik immer wieder zurück in ihre eigene Hälfte. Gegen diese Stärke konnte Hertha BSC nichts entgegensetzen. Dabei hatten sie noch Glück, denn weitere Treffer der Bayern wurden mehr durch Glück und Zufall verhindert, als durch die eigene Stärke. Kann man den Berlinern entweder nur noch andere Gegner wünschen oder aber eine dringende neue Taktik, gepaart mit ein bisschen mehr Einsatz und Spielfreude. Die Bayern wurden ihrer Favoritenrolle wieder einmal gerecht und konnten sich über ihren Sieg und den damit verbundenen drei Punkten freuen.

August 23, 2008

Borussia Dortmund : FC Bayern München 1:1

Abgelegt unter: Ergebnisse — admin @ 9:13 pm

Das zweite Spiel der neuen Bundesliga Saison dient nicht unbedingt dem Ruhm. Nur ein Unentschieden konnte Bayern nach Hause bringen. Die Leidenschaft der Spieler stimmte, die Tore nicht so ganz. Es war zwar keine Blamage, aber ruhmreich brauchten sie sich auch nicht zu fühlen. Der Signal- Iduna-Park war ausverkauft. 80.552 sahen sich das Spiel an und konnten kämpferische Bayern spielen sehen. Borussia Dortmund ging schon in der 8. Minute durch ein Tor von Jakub Blaszczykowski in Führung. Nachdem Van Bommel sich einen Platzverweis abholen mussten, schafften die Borussen es dennoch nicht, einen Vorteil aus der Überzahl zu ziehen. Borowski schaffte erst in der 74. Minute den Ausgleich für die Bayern, die damit immerhin einen Punkt nach Hause bringen konnten.
Luca Toni sollten den Bayern eigentlich helfen einen Sieg nach Hause zu bringen, dies gelang nicht ganz. Die besten Chancen erspielten sich auch die Dortmunder nicht, wirkten dennoch einen Hauch kämpferischer und Spiel freudiger. Sie drängten die Bayern, die zeitweise ihre rechte Mühe mit der Abwehr hatten. Van Bommel, leicht ungehalten in seiner Spielweise, bekam innerhalb von drei Minuten zwei gelbe Karten und wurde damit frühzeitig vom Spielfeld geholt, verdient muss man dazu sagen. Insgesamt war das Spiel in der zweiten Halbzeit recht ausgeglichen, die Dortmunder zogen sich leicht zurück und verpassten dann auch noch die Führung. Bayern konnte ausgleichen und damit blieb es nach einem durchschnittlich guten Spiel bei einem verdienten Unentschieden auf beiden Seiten.

August 18, 2008

Bundesliga Auftakt - Bayern München gegen Hamburger SV

Abgelegt unter: Ergebnisse — admin @ 4:34 pm

Das Traumspiel war es bestimmt nicht, weder für die Mannschaft noch für Trainer Klinsmann.
Der Start war perfekt, konnte aber nicht bis zum Ende des Spiels durchgezogen werden, Bayern München kassierte einen Dämpfer.
Klinsmanns Visionen müssen also noch ein wenig erprobt werden, stand es zur Halbzeit 2:1, konnte Bayern den Ausgleich der Hamburger auf 2:2 nicht verhindern.
Die Bilanz war nüchtern, nicht enttäuscht, sondern nur ein klein wenig enttäuscht, benannte Klinsmann das Resultat. Klinsmann wird am Erfolg gemessen, die Spieler Philosophie heißt: siegen. Das war schon immer so und sollte eigentlich beibehalten werden.
Nun gerät Bayern schon nach dem ersten Spieltag unter Druck, nächste Woche wird gegen Dortmund gespielt und wieder muss gewonnen werden, denn wenn nicht, heißt es nachher 4 Punkte am Anfang der Saison aufholen.
Es war aber auch nicht ganz einfach, fehlten doch 8 Spieler, darunter Ribéry, Toni, Altintop und Demichelis.
Schweini, wie Bastian Schweinsteiger liebevoll genannt wird, schoss den ersten Treffer.
Schon vier Minuten später die 2:0 Führung durch Poldi, Lukas Podolski.
Die deutliche Führung konnte nicht gehalten werden, die Hamburger offenbarten die Spielschwächen der Bayern und glichen aus, Paulo Guerrero (25.) und Piotr Trochowski (57./Foulelfmeter).
Da sieht man einmal mehr den riesigen Unterschied zu anderen Mannschaften. Bayern München gerät mit einem Unentschieden in alle Schlagzeilen und wird heftigst analysiert.
Andere Mannschaften wären zufrieden gewesen für ein Auftaktspiel, in Bayern herrscht schon fast Krisenstimmung. Bleibt abzuwarten, inwieweit Bayern München demnächst seine Fortschritte und die Philosophie Klinsmanns umsetzen wird.

Juli 27, 2008

1. FC Köln 0:0 gegen Bayern München

Abgelegt unter: Ergebnisse — admin @ 10:25 am

Der 1. FC Köln hat sich am Samstagabend im Testspiel vom Deutschen Meister FC Bayern München vor 42.000 Zuschauern im RheinEnergieStadion mit einem torlosen Remis getrennt.

FC im Glück

Beide Mannschaften begannen verhalten, in der ersten Viertelstunde ergaben sich keine gefährlichen Torraumszenen. Dann wären die Gäste aber beinahe in Führung gegangen. Miroslav Klose konnte sich über rechts durchsetzen, zog bis zur Grundlinie und wollte dann zurückpassen. Pedro Geromel rutschte dazwischen und fälschte den Ball so unglücklich ab, dass er hinter Faryd Mondragon in Richtung Tor trudelte. Doch der FC-Keeper hatte Glück, das Leder prallte vom langen Pfosten ab und er konnte es im zweiten Versuch doch noch festhalten.

Chance für Brecko
Der FC kam in der Offensive zunächst nur selten zur Entfaltung, zwei lange Bälle auf Milivoje Novakovic waren in der ersten halben Stunde die einzigen sehenswerten Szenen. In der 33. Minute war es dann Miso Brecko, der mit einer Flanke für Torgefahr sorgte, die Lucio mit einem Querschläger fast ins eigene Tor geklärt hätte.

Torlos zur Pause

Vier Minuten später war es dann wieder der Slowene, der die größte FC-Chance der ersten Hälfte hatte. Auf der rechten Seite nahm er Nationalspieler Philipp Lahm den Ball ab und zog in den Strafraum. Seinen Schussversuch konnte Michael Rensing im Bayern-Tor allerdings abwehren. Kurz vor der Pause hätte Lukas Podolski dann beinahe auf der Gegenseite getroffen, sein Schuss nach Altintop-Flanke ging allerdings knapp am FC-Gehäuse vorbei, so dass es nach 45 Minuten beim 0:0 blieb.

Wieder Brecko

Zu Beginn von Durchgang zwei tobte dann ein Unwetter über dem RheinEnergieStadion und auf dem Spielfeld ergaben sich mehr Tormöglichkeiten. Für den FC scheiterte Brecko in der 52. Minute mit einem Schuss, während auf der Gegenseite Mondragon gegen Jansen und Kroos sein Können zeigen musste.

Chihi per Kopf gefährlich

In der 61. Minute wechselte FC-Coach Christoph Daum dann auf sieben Positionen aus und zehn Minuten später hätte sich das fast ausgezahlt. Broich bediente Chihi und der verpasste mit seinem Kopfball das Bayern-Tor nur knapp. 60 Sekunden später sorgte das Duo dann erneut für Aufregung, Stürmer Chihi stand aber bei Broichs Pass knapp im Abseits.

Mehr Schwung

Insgesamt kam durch die Wechsel mehr Schwung in die Partie, vor allem Adil Chihi sorgte immer wieder für Gefahr und Szenenapplaus von den Rängen. Elf Minuten vor dem Ende zog er aus halblinker Position ab, Rensing konnte den guten Schuss aber entschärfen.

Torloses Remis

In der Schlussphase versuchten es beide Mannschaften noch einmal, letztlich fehlte aber aufgrund der harten Trainingseinheiten der letzten Tage im Abschluss die nötige Genauigkeit. Die beste Gelegenheit für den FC vergab Vucicevic nach Chihi-Flanke und bei den Bayern konnte auch Lukas Podolski bei seiner umjubelten Rückkehr nach Köln nicht für die Entscheidung sorgen, so dass es am Ende beim torlosen Remis blieb.

Juli 3, 2008

Als neuer Trainer des FC Bayern München muss Jürgen Klinsmann seine stärksten Seiten zeigen: als mitreißender Motivator und wagemutiger Reformer

Abgelegt unter: Aktuelles — admin @ 9:44 am

Er schätzt Pressetermine nicht sonderlich. Aber er absolviert sie höchst professionell. Und normalerweise setzt er dann auch sein bekanntes Lächeln auf, das hin und wieder zu einem Grinsen mutiert. Nur gestern Mittag schaute Jürgen Klinsmann etwas verdutzt drein. Denn noch bevor er im Presseraum der Münchner Allianz-Arena mit seinen Ausführungen begann, hatten die Fotografen aus Protest geschlossen den Raum verlassen. Sie waren verärgert, weil es hieß, sie dürfen nur drei Minuten fotografieren, um mit ihrem Blitzlichtgewitter nicht zu stören. Klinsmann sprach also, während draußen die Kameras wieder verstaut wurden.

Seit Montag ist Klinsmann (43) Angestellter des FC Bayern München, des größten und populärsten Fußballvereins Deutschlands. Titel soll er holen, der neue Trainer. Der Mannschaft eine offensive Spielphilosophie geben und sie in den kommenden Jahren sukzessive zurück an die europäische Spitze führen.

So in etwa stellen sie sich das vor beim deutschen Rekordmeister. Klinsmann ist die Hoffnung auf bessere Zeiten. Ob sie kommen, muss sich erst zeigen, denn dass der schwäbische Dickkopf nun federführend ist für die Ausrichtung des Teams, ist auch ein Wagnis des FC Bayern.

Vielleicht wirkt der Neue, der am 11. Januar erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, deshalb von Anfang an besonders engagiert. Selbst wenn es sich dabei nur um Kleinigkeiten handelt. Statt vor der Kabine parken die Stars des FC Bayern künftig in einer Tiefgarage. Vor der Tür stehen zwei Tischtennisplatten und Rattan-Gartenmöbel, die dank eines Sonnensegels im Schatten stehen. Auf dem Dach des Kabinentrakts ist eine Lounge errichtet, die vier Buddha-Figuren aus weißem Stein zieren. Im Buddhismus, heißt es, soll man aus eigener Kraft die Reinheit und Vollkommenheit des Geistes erreichen. “Wir werden”, hat Klinsmann bei seiner Präsentation am 11. Januar gesagt, “ein Energiefeld aufbauen, das den Spielern viel Spaß machen wird.”

Spaß bei der Arbeit - mit einem Trainer, der zu jener Generation zählt, für die Erfolg planbar ist. Der schon ein Konzept dafür in der Schublade hatte, wie man einen Verein an die europäische Spitze führen kann, noch bevor ihn die Bayern im Dezember 2007 erstmals kontaktierten. Er musste es nur noch auf den FC Bayern umschreiben.

Klinsmann, der Planer. Als er im Sommer 2004 das Amt des Bundestrainers übernahm, wollte er nicht nur mit der deutschen Mannschaft Weltmeister werden. Er wollte auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB), den mit 6,5 Mitgliedern weltweit größten Fachverband, verändern. “Im Prinzip”, sagte Klinsmann damals, “muss man den ganzen Laden auseinandernehmen.”

Er warf ein paar Leute raus und ersetzte sie durch Vertraute, machte Oliver Bierhoff zum Manager der Nationalmannschaft sowie Joachim Löw zum Assistenztrainer. Er wagte einen ersten Tabubruch, indem er nicht einen Deutschen zum Chefscout machte, sondern einen Schweizer. Er engagierte einen Fitnesstrainer aus den USA, dessen Arbeit bald verspottet wurde, weil er die Spieler im Training mit grünen Gummibändern die Koordination üben ließ. Den Spielern aber hat das Spaß gemacht, zumal auch sie fanden, dass neue Ideen längst überfällig waren. Ganz zu schweigen davon, dass sie unter Klinsmann endlich nicht mehr mit den Delegierten des Verbandes gemeinsam essen mussten.

Der DFB trug all diese Änderungen mit. Klinsmann hatte die Nationalelf mehr und mehr zu einer eigenen Welt innerhalb des DFB gemacht. Er schuf Unabhängigkeit, löste seine Welt von den langsamen Strukturen. Und formte ein Team, das trotz aller Rückschläge und heftiger Kritik im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 am Ende ein ganzes Land elektrisierte.

Die Mannschaft verdeutlichte, was passieren kann, wenn einer das tut, was die Politik immer nur fordert: Jürgen Klinsmann hat einen Ruck durchs Land gehen lassen und mit dem Mut zum Tabubruch reformiert. Das Land hat sich liebend gern - wie auch unter seinem Nachfolger Joachim Löw in den vergangenen drei Wochen wieder - mitreißen lassen von einer Mannschaft, die versucht hat, ihre Mängel nicht zu verwalten, sondern mit Einsatz und Willen zu beheben. Jürgen Klinsmann stand für das Neue, für eine Generation, die etwas wagt. Selbst Politiker hatten ihre Freude an ihm und zählten plötzlich zu seinen Schulterklopfern. Die Bundeskanzlerin ist mittlerweile ein großer Fan von ihm, beide pflegen einen guten Kontakt.

Nur einer war damals nach der WM in Deutschland nicht zufrieden: Klinsmann. Auf Platz drei zu landen bedeutet, dass zwei andere Mannschaften besser sind. Und so etwas mag der erfolgshungrige Schwabe nicht. Als neuer Trainer des FC Bayern München hat er aber vielleicht noch mehr zu verlieren als zuvor. Möglicherweise muss er diesmal das Schicksal noch mehr bezwingen. Denn wie kaum ein anderer kennt er die Risiken und Nebenwirkungen seiner neuen Aufgabe.

Klinsmann weiß, dass er jetzt einen Job machen muss, den er vorher noch nie gemacht hat. Aber einen wie ihn reizt genau das. Es stört ihn nicht, dass er noch nie einen Verein trainiert hat. Er liebt die Herausforderung. Und die, die ihn engagieren, seinen Tatendrang. Wenn man ihn denn lässt. Ihn, der in seinem Leben immer eigene Wege gegangen ist, schon immer wiss- und lernbegierig war und neue Erfahrungen suchte. Der nach dem Ende seiner Karriere 1998 mit seiner Familie in die USA zog und sich dort der Marketingfirma Soccer Solutions anschloss, die ihm “völlig neue Sichtweisen” eröffnete. Der geprägt ist von seinem vor drei Jahren gestorbenen Vater, einem ehemaligen Bäckermeister, der Klinsmann nicht nur das Backen lehrte, sondern auch das Leben.

Schon als Profi führte Klinsmann eine äußerst ertragreiche Ich-AG. Ob beim VfB Stuttgart, bei Inter Mailand, AS Monaco, Tottenham Hotspur, Bayern München oder Sampdoria Genua - der Italienisch, Englisch und Spanisch sprechende Weltbürger kannte immer seinen Marktwert und ließ sich sogar Stammplatzgarantien in seine Verträge schreiben. “Gegen ihn kann man keinen Krieg gewinnen”, hat einmal der frühere Bundestrainer Berti Vogts über den 108-maligen deutschen Nationalspieler gesagt. Und der Präsident von Tottenham, den er nach nur einem Jahr trotz einer erfolgreichen Saison verließ, meinte hernach, dass er nicht einmal sein Auto mit einem Trikot von Klinsmann waschen würde.

Worte wie diese registriert Klinsmann natürlich. Beeindrucken lässt er sich davon nicht. Und deshalb hat es auch einen gewissen Charme, dass die Verantwortlichen des FC Bayern die Strukturen ihres Vereins nun von einem Mann mitbestimmen lassen, von dem sie sich einst mit einem leidenschaftlichen “nie wieder” getrennt haben und dem sie in seiner Zeit als Bundestrainer das eine oder andere böse Wort hinterherriefen. Sei es, weil Klinsmann die Bundesliga als Bundestrainer mit Aussagen über veraltete Trainingsmethoden und mangelnde Bereitschaft zur Innovation provozierte oder aber, weil er ständig zwischen Deutschland und seiner Wahlheimat USA pendelte. “Der soll hierherkommen und nicht ständig in Kalifornien rumtanzen und uns hier den Scheiß machen lassen”, rief ihm Uli Hoeneß, der Manager, einmal hinterher.

Nun also arbeitet Klinsmann in München. Es ist ein Versuch für das Aushängeschild des deutschen Fußballs. Die Bayern sind ab sofort ein Traditionsprojekt, und so erwarten Hoeneß und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge von Klinsmann auch, dass er den FC Bayern unter Beibehaltung alter Werte in einen modernen Sportbetrieb umrüstet. Und das stellt er sich offensichtlich so vor wie zu seiner Zeit als Bundestrainer. Als er am Montag erstmals zum Training bat, standen zwölf Spieler auf dem Platz - und acht Betreuer. Darunter Spezialisten aus Brasilien, den USA und Kanada. Jürgen Klinsmann ist bereit für seine neue Aufgabe. “Wir müssen alle Rituale und Gewohnheiten hinterfragen. Und zwar andauernd - nicht nur im Fußball”, lautet sein Credo, “das ist doch nichts Schlimmes. Reform ist kein Prozess, der in Episoden stattfindet. Das Reformieren muss zu einem permanenten Zustand werden.”

Dazu gehört in München wohl auch die Medienarbeit. Nur sollte es gerade dabei nicht ständig zu einem Eklat kommen.

Juni 30, 2008

Bayern München: Jürgen Klinsmann leitet erstes Training

Abgelegt unter: Manschaft 2007/08 — admin @ 1:01 pm

In knapp sieben Wochen startet die Bundesliga-Saison 2008/2009 und der amtierende Deutsche Fußballmeister FC Bayern München hat das Training aufgenommen. Mit der neuen Saison trägt auch ein neuer Trainer die Verantwortung für das Team. Jürgen Klinsmann leitete heute die ersten Trainingseinheit.

Knapp zwei Jahre, nachdem Klinsmann sein Amt als Bundestrainer nach der Weltmeisterschaft 2006 niedergelegt hatte, startet er nun seine Karriere als Vereinstrainer. Beim ersten Training bei den Bayern stand Klinsmann allerdings nur eine Rumpftruppe zur Verfügung, da ein Großteil der Truppe aufgrund von internationalen Einsätzen noch fehlte.

Klinsmann hatte gestern noch der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft im Finale die Daumen gedrückt und war live im Stadion dabei als das Team seines Nachfolgers Joachim Löw gegen Spanien mit 0:1 verlor.