Das Starensemble des FC Bayern München hat sich im Rückspiel mit einem klaren 5:1 (2:0) Kantersieg gegen den schottischen Vertreter FC Aberdeen das Weiterkommen im Uefa-Cup gesichert. Damit tanzt der deutsche Rekordmeister auch weiterhin auf drei Hochzeiten, und ist dem lange ersehnten Erfolg auf internationaler Ebene ein gutes Stück näher gekommen.
Bereits zur Halbzeit war das Spiel so gut wie entschieden. Die beiden Innenverteidiger Lucio (12. Minute) und Daniel van Buyten (36. Minute) brachten die Bayern im ersten Durchgang auf die Siegerstraße, ehe Lukas Podolski (71. und 77. Minute) mit einem Doppelpack die Münchner uneinholbar in Führung brachte. Nach dem Ehrentreffer für die Gäste aus Schottland durch den eingewechselten Stephen Lonell in der 83. Minute stellte Mark van Bommel nur zwei Minuten später den überaus verdienten Endstand her.
Bayern schont Stammkräfte
Nach der harten Belastung der letzten Wochen und dem Spitzenspiel am kommenden Sonntag gegen den Hamburger SV schonte Bayern Trainer Ottmar Hitzfeld einige Stammkräfte. So ersetzte Marcell Jansen den zuletzt formschwachen Philipp Lahm auf der linken Außenbahn. Zudem lief Toni Kroos für den leicht angeschlagenen Bastian Schweinsteiger auf, sowie Andreas Ottl für Zè Roberto. Auch Lukas Podolski kam über 90 Minuten zum Einsatz. Dafür saß zunächst Miroslav Klose nur auf der Bank.
Doch trotz der ungewohnten Mannschaft nahmen die Bayern von Beginn an das Zepter in die Hand. Bereits in der zweiten Minute kamen die Münchner zu ihrer ersten Großchance: Nach einer Brust-Vorlage von Luca Toni nahm dessen Sturmkollege Podolski den Ball Volley, setzte jedoch seinen satten Schuss von der Strafraumgrenze nur an die Latte. Auch die zweite Chance des Spiels in der 8. Minute hatte der Ex-Kölner, doch diesmal parierte Aberdeen-Keeper James Langfield in letzter Sekunde glänzend.
Verteidiger legen vor
Nur kurze Zeit später rappelte es schließlich doch im Tor des schottischen Gäste. In der 12. Minute hämmerte Innenverteidiger Lucio einen wuchtigen Freistoß aus knapp 20 Metern direkt unter die Latte der Gäste. In der Folge entwickelte sich ein wahrer Sturmlauf der Münchner. So hatte Hamit Altintop nur wenige Minuten später nach einem gelungenen Steilpass von Podolski das 2:0 auf dem Fuß, verzog allerdings knapp.
Bis dato war wenig von den `Dons` aus Aberdeen zu sehen, doch in der 24. Minute fiel aus heiterem Himmel beinahe der Ausgleich. Nach einem krassen Stellungsfehler von Daniel van Buyten lief Darren Mackie frei auf Kahn zu, zog den folgenden Schuss allerdings knapp am Tor vorbei. Nur zwölf Minuten später machte van Buyten seinen Fehler allerdings wieder gut: Nach einem passgenauen Freistoß von Kroos sprang der Belgier am Höchsten und köpfte zum verdienten 2:0 ein. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatten die Bayern sogar das 3:0 auf dem Fuß, doch Lucio traf statt in das leere Gäste-Tor nur den Pfosten.
Prinz Poldi macht alles klar
Auch nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine einseitige Partie. Die Bayern stürmten, Aberdeen war mit dem schnellen Spiel der Münchner überfordert. Nachdem sich Podolski den Ball selbst an der Seitenlinie erkämpft hatte, scheiterte der für Toni eingewechselte Klose zunächst noch an Langfield. Doch den folgenden Abpraller versenkte Poldi in der 71. Minute eiskalt zum 3:0. Nur sechs Minuten später traf Podolski, der eine durchweg starke Leistung zeigte, per Kopf zum 4:0, und schnürte damit, wie schon gegen die Bolton Wonderers, seinen zweiten Doppelpack im laufenden Uefa-Cup-Wettbewerb.
In der 83. Minute erzielten die immer noch kämpfenden Schotten ihren einzigen Treffer des Abends. Der eingewechselte Stephen Lonell hatte einen Stellungsfehler der Bayern-Abwehr genutzt und per Kopf kurzzeitig zum 1:4 verkürzt, ehe Mark van Bommel mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze in der 85. Minute den für die Bayern hoch verdienten 5:1-Endstand herstellte. Damit endete eine einseitige Partie, in der die Münchner ihrer klaren Favoritenrolle mehr als gerecht wurden.
Im Achtelfinle wartet Anderlecht
Dementsprechend erfreut zeigte sich Bayern-General Hitzfeld nach dem Schlusspfiff: „Ich bin im Großen und Ganzen mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden.” Dennoch wird der Uefa-Cup keineswegs zum Selbstläufer: „Wir hatten eine Phase in der ersten Halbzeit, als wir 1:0 führten und dem Gegner eine klare Torchance ermöglichten. Das darf uns nicht passieren, denn ein besserer Gegner bestraft solche Nachlässigkeiten sofort”, warnt Hitzfeld vor der nächsten Runde.
Im Achtelfinale in vierzehn Tagen wartet mit dem RSC Anderlecht schließlich auch eine schwere Aufgabe auf den Rekordmeister aus München. Die Belgier bezwangen den französischen Vertreter Girondins Bordeaux nach hartem Kampf zwar nur knapp - nach einem 1:0 im Hinspiel reichte Anderlecht ein 1:1-Unentschieden im Rückspiel - doch der RSC ist auf internationalem Parkett wesentlich bekannter als die bisherigen no-name Gegner der Bayern.